Drei Formate in einer Onlinebefragung von 2024

Eltern in einer deutschen Onlinebefragung nahmen unterschiedliche Stärken beim Nutri-Score, der Nährwerttabelle und dem Zutatenverzeichnis wahr. Der Nutri-Score erhielt die positivsten Bewertungen für Sichtbarkeit und klare Gestaltung. Ein höherer Anteil der Nutzenden stimmte dagegen der Aussage zu, die Informationen der Nährwerttabelle zu verstehen. Die am 29. September 2026 in BMC Public Health veröffentlichte Studie berichtet eine ausgewertete Stichprobe von 978 Erwachsenen.

Die Daten wurden vom 20. Februar bis 4. März 2024 über ein kommerzielles Onlinepanel erhoben. Die Teilnehmenden mussten mit einem Kind unter 18 Jahren zusammenleben, seit mindestens einem Jahr in Deutschland wohnen und mindestens die Hälfte der Lebensmitteleinkäufe des Haushalts übernehmen. Quoten wurden für Haushaltseinkommen und Gemeindegröße festgelegt.

Verständnis wurde über Selbstauskünfte definiert

Die Befragung erfasste, wie gut die Teilnehmenden jedes Format kannten. Die Kategorie subjektives Verständnis umfasste sowohl Personen, die nach eigener Aussage ungefähr wussten, worum es ging, als auch solche, die dies vollständig zu wissen angaben. Für jedes der drei Formate berichtete die Mehrheit dieses Verständnisniveau. Der Fragebogen erfasste Wahrnehmungen, keine objektiv getesteten Kenntnisse oder Verhaltensweisen.

Nur Personen mit angegebenem subjektivem Verständnis wurden gefragt, ob sie das jeweilige Format schon einmal genutzt hatten. Nutzende bewerteten es anschließend; Personen, die es verstanden, aber nicht nutzten, wurden nach Gründen für die Nichtnutzung gefragt. Die Nutzungsfrage nannte weder einen Einkaufskontext noch einen festen jüngeren Bezugszeitraum.

Nutzende bewerteten die Formate unterschiedlich

Von den 688 Nutri-Score-Nutzenden in der Bewertungstabelle stimmten 86,3 % der Aussage zu, er sei deutlich sichtbar, und 87,1 %, seine Gestaltung sei klar. Bei 726 Nutzenden der Nährwerttabelle betrug die Zustimmung zu beiden Aussagen jeweils 73,6 %. Bei 690 Nutzenden des Zutatenverzeichnisses waren es 68,4 % beziehungsweise 55,5 %. Die Studie berichtet für beide Aussagen statistisch signifikante Unterschiede zwischen allen drei Formaten in den paarweisen Vergleichen.

Der Aussage, die Informationen zu verstehen, stimmten bei der Nährwerttabelle 76,0 % zu, beim Nutri-Score 67,2 % und beim Zutatenverzeichnis 66,8 %. Die Nährwerttabelle lag signifikant über den beiden anderen Formaten, die sich untereinander nicht signifikant unterschieden. Die Prozentwerte fassen teilweise und vollständige Zustimmung zusammen; ihre Bezugsgröße sind jeweils die Nutzenden des betreffenden Formats.

Selbstauskunft und Stichprobe begrenzen die Schlussfolgerungen

Die Autoren weisen darauf hin, dass die studienspezifischen Fragen weder formal psychometrisch validiert noch in einem Pilotversuch getestet wurden. Angegebenes Verständnis und Nutzung können durch Erinnerungsfehler und soziale Erwünschtheit beeinflusst sein. Die Nutzungsfrage zeigte nicht, wie häufig oder regelmäßig ein Format genutzt wurde, ob es noch genutzt wurde oder ob es die Lebensmittelauswahl beeinflusste.

Zudem machen das Onlinepanel und seine beiden Quoten die Stichprobe nach Einschätzung der Autoren nicht vollständig repräsentativ für alle Eltern in Deutschland. Für Bildung gab es keine Quote; Eltern ohne Internetzugang oder ohne Teilnahme an Onlinepanels könnten unterrepräsentiert sein. Das Querschnittsdesign belegt keine Kausalität. Die Autoren regen Forschung dazu an, wie die Beschäftigung mit Kennzeichnungen mit objektiv gemessenen Lebensmittelentscheidungen und Ernährungsergebnissen zusammenhängt.

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