Ein fiktives Haferdrinkszenario

Eine am 17. August 2026 in Foods veröffentlichte Studie untersuchte Reaktionen auf eine fiktive Haferdrinkmarke namens Green Origin. Die Teilnehmenden lasen eine simulierte Werbung mit Aussagen zur Produktion ohne Umweltverschmutzung und zu in natürlicher Umgebung biologisch abbaubarer Verpackung. Das Szenario legte zugleich offen, dass der Abbau ideale Bedingungen in spezialisierten Laboren erforderte.

Die Forschenden rekrutierten über soziale Medien eine Gelegenheitsstichprobe taiwanischer Erwachsener, die selbstständig Lebensmittel einkaufen konnten. Die Onlinebefragung lief vom 17. März bis zum 7. April 2026; von 464 Antworten wurden 445 als gültig berücksichtigt. Die Teilnehmenden bewerteten 29 Aussagen zu acht Konstrukten auf einer siebenstufigen Zustimmungsskala.

Wahrgenommenes Greenwashing und Vertrauen

Im Strukturgleichungsmodell war stärker wahrgenommenes Greenwashing mit geringerem Markenvertrauen verbunden, bei einem standardisierten Pfadkoeffizienten von −0,808 und p < 0,001. Die Vertrauensfragen betrafen Umweltengagement, Umweltleistung und Umweltaussagen der fiktiven Marke.

Der Fragebogen erfasste auch Selbstauskünfte zum Meiden der Produkte des Unternehmens und zu erwarteten Schuldgefühlen bei einem möglichen Kauf. Laut Autoren sind die querschnittlichen Pfadbeziehungen als strukturelle Zusammenhänge und prädiktive Tendenzen statt als strenge Kausalaussagen zu interpretieren.

Grenzen und weitere Forschung aus Sicht der Autoren

Die Stichprobe hatte einen hohen Bildungsstand: 81,6 % verfügten über einen Hochschulabschluss oder einen höheren Abschluss. Die Autoren vermerken, dass die Gelegenheitsrekrutierung die Verallgemeinerung einschränken kann und eine neu eingeführte fiktive Marke den Kaufrealismus verringert. Sie nennen zudem eine mögliche Lücke zwischen hypothetischen Onlineabsichten und dem Verhalten in Geschäften.

Sie schlagen vielfältigere Stichproben und Studien mit vertrauten realen Marken vor. Für weitere Forschung empfehlen sie experimentelle Studien oder längsschnittliche Daten zu tatsächlichen Lebensmitteleinkäufen. Laut Artikel wurde die Studie nicht extern finanziert; die Autoren geben an, dass keine Interessenkonflikte bestehen.

Quelle und Lizenz

Quelle: Huiyang Zhou, Yun-Chi Tsai, Yong-Yun Cheng und Han-Shen Chen. Green Food or Greenwashing Trap? The Impact of Greenwashing Perception on Brand Trust and Consumer Food Choices. Foods (2026), 15, 2877. DOI: 10.3390/foods15162877. © 2026 Die Autoren. CC BY 4.0. FoodRadar erstellte, redigierte und übersetzte diese Zusammenfassung ins Deutsche.

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