Die Milchproduktversuche konzentrierten sich auf ein Bakterienisolat

Eine am 24. September 2026 im Brazilian Journal of Microbiology veröffentlichte Laborstudie fand in Milchproduktproben, die mit dem Bakteriophagen UHP46 behandelt wurden, weniger lebensfähige Staphylococcus-aureus-Bakterien als in den Kontrollen. Die Versuche umfassten Milch, Käse und Joghurt, verwendeten aber durchgehend denselben Bakterienstamm S46. Die Autoren beschreiben die Arbeit als Untersuchung der antibakteriellen Wirksamkeit und nicht als Sicherheitsbewertung.

Bakteriophagen sind Viren, die Bakterien infizieren. Das getestete Isolat war ein bereits charakterisierter multiresistenter Stamm, der mit Rindermastitis in Pakistan in Verbindung steht. Die Studie verweist außerdem auf eine frühere Untersuchung, in der UHP46 gegen vier von 29 S.-aureus-Isolaten wirkte. Die Autoren benennen das enge Wirtsspektrum deshalb als Einschränkung und fordern Versuche mit einer größeren Auswahl an Stämmen.

Die niedrigeren Keimzahlen beziehen sich auf die jeweiligen Kontrollen

Die berichteten Verringerungen vergleichen behandelte Proben mit unbehandelten Kontrollen zum selben Probenahmezeitpunkt. Sie geben den Abstand zwischen den Gruppen an, nicht die Veränderung gegenüber der anfänglichen Bakterienpopulation. Diese Unterscheidung ist relevant, weil Bakterienwachstum in der Kontrolle den Abstand vergrößern kann, obwohl im behandelten Lebensmittel lebensfähige Bakterien verbleiben.

Die Milchversuche zeigten nach der Phagenbehandlung niedrigere Keimzahlen; die Ergebnisse unterschieden sich je nach untersuchter Lagerungsbedingung. Auch beim Käse lagen die behandelten Proben während der Studie unter den Kontrollen, obwohl die Keimzahlen bei längerer Lagerung wieder stiegen. Die Autoren diskutieren die Möglichkeit, dass die Struktur der Lebensmittelmatrix manche Bakterien für den Phagen schwerer zugänglich macht.

Beim Joghurt unterscheiden sich relative Verringerung und verbleibende Keimzahl

In den Joghurtversuchen enthielten die behandelten Proben über den berichteten Beobachtungszeitraum weniger lebensfähige Bakterien als die Kontrollen. Die mittleren Abstände zwischen Behandlung und Kontrolle waren in den wärmeren Gruppen größer. Der Vergleich zwischen den Lagerungstemperaturen erreichte jedoch keine statistische Signifikanz. Die Autoren betrachten dieses Muster als Hinweis, nicht als abschließenden Befund.

Die niedrigste verbleibende Keimzahl im behandelten Joghurt wurde bei Kühllagerung gemessen, obwohl der Abstand zur Kontrolle dort kleiner war. Die Autoren warnen außerdem davor, die drei Milchprodukte direkt nach Wirksamkeit zu ordnen, weil die anfängliche Bakterienbelastung im Joghurt niedriger war als in Milch und Käse. Der pH-Wert des Joghurts wurde nicht gemessen. Das begrenzt die Interpretation des Zusammenhangs zwischen Säuregrad und Phagenaktivität.

Mehrere Fragen der Lebensmittelsicherheit wurden nicht untersucht

Die Studie prüfte nicht, ob überlebende Bakterien eine Resistenz gegen den Phagen entwickelt hatten. Nach Aussage der Autoren lässt erneutes Wachstum allein keine Unterscheidung zwischen erworbener Resistenz und dem Überleben an Orten oder in physiologischen Zuständen zu, die den Kontakt mit dem Phagen begrenzen. Sie bezeichnen dies als offene Frage.

Die Versuche klärten keine Auswirkungen auf die Bildung von Staphylokokken-Toxinen, die sensorischen Eigenschaften der Milchprodukte oder die Joghurt-Starterkulturen. Der Artikel nennt die Hemmung der Toxinbildung und sensorische Effekte als Gegenstände weiterer Untersuchungen. Ein möglicherweise begrenzter Einfluss auf Nichtzielmikroorganismen wird diskutiert; die Autoren stellen aber ausdrücklich fest, dass dieser hier nicht getestet wurde.

Vor einer kommerziellen Nutzung fordern die Autoren breitere Untersuchungen

Der Artikel verweist auf eine frühere Genomcharakterisierung von UHP46, bei der keine bekannten Antibiotikaresistenzgene, Virulenzfaktoren oder mit Lysogenie verbundenen Regionen nachgewiesen wurden. Diese früheren Befunde sind von den aktuellen Kontaminationsversuchen mit Milchprodukten zu trennen. Die Schlussfolgerung nennt eine zusätzliche, für die regulatorische Bewertung geeignete Charakterisierung als Voraussetzung vor einer kommerziellen Nutzung.

Die Autoren fordern außerdem Studien mit weiteren S.-aureus-Stämmen, einschließlich methicillinresistenter Isolate, sowie unter kommerziellen Verarbeitungsbedingungen. Die Befunde unterstützen nach ihrer Darstellung die weitere Untersuchung von UHP46 für Anwendungen in Milchprodukten. Die vorliegenden Belege bleiben auf den getesteten Stamm und die Versuchslebensmittel begrenzt.

Die Forschung wurde von Pakistans Higher Education Commission im Rahmen ihres NRPU-Projekts unterstützt. Die Open-Access-Finanzierung erfolgte über das CRUE-CSIC-Abkommen mit Springer Nature. Die Autoren erklärten, dass keine kommerziellen oder finanziellen Interessenkonflikte bestehen.

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