Auch benachbarte Abschnitte enthielten Toxine

Eine in Mycotoxin Research veröffentlichte Studie wies bei jedem von 35 betroffenen weißen Maiskolben Gesamtfumonisine und Deoxynivalenol in mindestens einem Abschnitt jenseits des sichtbaren Schimmelrands nach. Bertha Kachala, Limbikani Matumba und Lindy J. Rose untersuchten ausgewählte Kolben von kleinbäuerlichen Feldern im Distrikt Lilongwe in Malawi; die Sortenidentität wurde nicht erfasst.

Die Forschenden analysierten Körner am sichtbaren Schimmelrand sowie an benachbarten Positionen auf halber und auf dreiviertel Strecke zwischen diesem Rand und der Kolbenspitze. Alle 35 Kolben lieferten die ersten beiden Positionen, 28 auch die dritte. Daraus ergaben sich 98 Abschnittsbeobachtungen. Die Mykotoxine wurden mittels Flüssigchromatographie mit Tandem-Massenspektrometrie gemessen.

Die berichteten Anteile beschreiben gemessene Konzentrationen

Die benachbarten Abschnitte machten 15,6% der summierten gemessenen Konzentrationen an Gesamtfumonisinen aus, 10,6% bei Deoxynivalenol, 22,2% bei Zearalenon und 7,8% bei Nivalenol. Die übrigen Anteile entfielen auf den sichtbaren Schimmelrand. Die Autoren berechneten diese Anteile aus den Konzentrationen an den beprobten Positionen; die Massen der Abschnitte wurden nicht erfasst.

Aflatoxin B1 wurde in drei der 98 Abschnitte nachgewiesen, darunter in einem benachbarten Abschnitt. Die Hauptanalyse des gemeinsamen Auftretens betraf Fumonisine, Deoxynivalenol, Zearalenon und Nivalenol. Mehrere Toxingruppen traten häufig gemeinsam im benachbarten Material auf. Manche benachbarten Abschnitte enthielten höhere Konzentrationen als der zugehörige sichtbar verschimmelte Abschnitt desselben Kolbens.

Räumliche Muster unterschieden sich zwischen den Toxingruppen

Über alle beprobten Positionen hinweg fanden die Autoren signifikante negative Zusammenhänge zwischen der gemessenen Entfernung und den Konzentrationen von Deoxynivalenol, Zearalenon und Nivalenol. Gesamtfumonisine zeigten keine signifikante monotone Abnahme. In der auf benachbarte Abschnitte beschränkten Analyse bestand für Fumonisine ein signifikanter positiver Zusammenhang mit der Entfernung im angepassten Modell; für Nivalenol bestand kein signifikanter Zusammenhang. Die Konzentrationen an den beiden benachbarten Probenpositionen unterschieden sich nicht signifikant.

Die Autoren weisen darauf hin, dass diese Positionen an verschiedenen Kolben unterschiedlichen absoluten Entfernungen entsprachen. Ein nicht signifikanter Unterschied bedeutet daher nicht zwangsläufig biologische Gleichwertigkeit. Die Studie beprobte ausgewählte Abschnitte und erstellte keine vollständige dreidimensionale Karte. Sie konnte eine Verlagerung von Toxinen nicht von verborgener Besiedlung, getrennten Infektionsstellen, bereits gebildeten Toxinen oder Belastungsschwerpunkten auf Kornebene unterscheiden. Fehlende oder nicht nachgewiesene Analysewerte wurden als null behandelt; dadurch könnten geringe Belastungen unterschätzt worden sein.

Die Autoren befürworten eine Trennung vor dem Entkörnen

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass sichtbarer Schimmel ein nützliches Warnsignal ist, die räumliche Grenze einer Mykotoxinbelastung jedoch nicht zuverlässig markiert. Sie befürworten das Verwerfen oder Absondern sichtbar verschimmelter Kolben vor dem Entkörnen und dem Vermischen ihrer Körner mit dem übrigen Getreide, anstatt für Lebensmittelzwecke nur den sichtbar betroffenen Teil abzuschneiden.

Die Diskussion ordnet diese Maßnahme in einen größeren Rahmen aus Trocknung, Lagerung, Sortierung und analytischer Überprüfung ein, ergänzt durch praktische und wirtschaftliche Unterstützung für Haushalte und kleinbäuerliche Betriebe. Sie fordert sichere, akzeptable Wege für zurückgewiesenes Material sowie künftige Feldstudien zu Toxinreduktion, Kornverlusten, wirtschaftlichen Zielkonflikten und der Akzeptanz der Maßnahme im Alltag.

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